Jon Kabat-Zinn (* 5. Juni 1944 in New York) ist emeritierter Professor an der University of Massachusetts Medical School in Worcester. Er unterrichtet Achtsamkeitsmeditation, um Menschen zu helfen, besser mit Stress, Angst und Krankheiten umgehen zu können

 
  ZWERCHFELL-BAUCH-ATMUNG
Ein grosser Teil der Menschen leben eine bestimmte Form der Atmung-die Zwerchfell- oder Bauchatmung, bei der sich die Bauchdecke entspannt, was besonders wohltuend ist. Vielleicht atmen Sie sie bereits auf diese Weise möglicherweise auch nicht. Falls nicht werden Sie im Verlauf der Konzentration auf die Bauchatmung ihr eigenes Atemmuster bewusster wahrnehmen und wahrscheinlich von selbst immer mehr zur Bauchatmung übergehen, die langsamer und tiefer ist als die Brust Atmung. Babys atmen noch aus dem Bauch Erst mit den Jahren gewöhnen wir uns die meist kurze und flache Brustatmung an. Da das Zwerchfell an jedem Atemablauf beteiligt ist wird die Zwergfellatmung besser mit dem Ausdruck Abdominale Atmung oder Bauchatmung beschrieben. Um sich den Ablauf dieser Form der Atmung besser vorstellen zu können ist es hilfreich sich ein wenig mit dem Vorgang vertraut zu machen mit dem der Körper die Lungen mit Luft füllt und sie wieder leert. Beim Einatmen zieht sich das Zwerchfell zusammen und wird flacher. Dieser Zug nach unten bewirkt eine Erweiterung des Brustraums was zu einer Abnahme des Luftdrucks in den Lungen führt. Die einströmende Luft gleicht diesen Unterdruck wieder aus. Nach der Kontraktion des Zwerchfells folgt eine Phase der Entspannung. Der Muskel lockert sich und geht in seine ursprüngliche nach oben gewölbte Position zurück, wodurch den Brustraum wieder kleiner wird. Der Druck nimmt wieder zu und infolge dessen wird die Luft aus den Lungen gepresst und durch die Nase oder den offenen Mund ausgeatmet. Bei jedem Atemzug wird also die Luft durch die Kontraktion des Zwerchfells und sein Absinken in die Lungen gezogen und in der Phase der Entspannung in der sich das Zwerchfell nach oben wölbt wieder ausgestoßen. Sind die Muskeln der Bauchdecke angespannt trifft das Zwerchfell bei der Kontraktion auf Widerstand und kann sich nicht sehr stark abflachen. Das Resultat ist ein flacher Atem der überwiegend im Brustraum stattfindet Bei der Bauch- oder Zwerchfellatmung geht es darum die Muskeln so gut wie möglich zu entspannen. Beim Einatmen wölbt sich die Bauchdecke ganz von selbst leicht nach außen und das Zwerchfell drückt von oben einen sanften Druck auf die Bauchhöhle aus. Es kann sich weiter absenken das Einatmen verlängert sich und die Lungen werden mit mehr Luft gefüllt. Beim Ausatmen strömt entsprechend mehr Luft aus, so dass sich der ganze Atemzyklus verlangsamt und vertieft. Wer nicht daran gewöhnt ist den Bauch zu entspannen findet die Umstellung auf die Bauchatmung anfangs manchmal ein wenig schwierig und frustrierend. Bleibt man aber bei der Bauchatmung ohne die zu vorzieren wird sie einem schon nach kurzer Zeit ganz natürlich vorkommen. Kleine Kinder bemühen sich beim Atmen nicht darum den Bauch zu entspannen, sie sind schon entspannt. Wenn wir älter werden setzen sich in unserem Körper leicht chronische Verspannungen fest und es kann eine Weile dauern bis wir den Dreh heraus haben.
Liebe Grüsse und viel Erfolg Euer Körper wird es Euch danken. KARL